Gerade absolute Fotografie-Anfänger scheuen sich oft davor, im Halbdunkeln oder in der Nacht auf die Suche nach dem perfekten Bild zu gehen. Weniger Licht bedeutet für sie zwangsläufig weniger Möglichkeiten. Das ist schade, denn besonders das Spiel mit dem Zwielicht kann sehr interessante Fotos hervorbringen. Wir geben einige Tipps, wie das gelingen kann.

Der richtige Zeitpunkt, der richtige Ort

Tagsüber zu fotografieren ist relativ simpel, denn meist ist alles ausgeleuchtet. Wer sich in den Abend oder die Nacht wagt, ist eingeschränkter. Doch gerade die Zeit beim oder nach dem Sonnenuntergang liefert oft ein wunderschönes, weiches Licht. Dabei sollte man sich allerdings vorher genau überlegen, wo die Sonne steht und welche anderen Lichtquellen es gibt. Gerade in der so genannten blauen Stunde nach Sonnenuntergang eignen sich gelbe Straßenbeleuchtungen für szenische Kontraste und Kompositionen.

Nicht zu unterschätzen ist auch, dass viele Motive erst durch das Lichtspiel von Laternen oder Ähnlichem wirklich interessant werden – was einer Betrachtung im Tageslicht entgeht.

Sonnenaufgang bei Wales

Licht und Schatten – natürlich in Szene setzen

Gerade die Abwesenheit von Licht bietet eine gute Möglichkeit, bestimmte Bereiche im Bild hervorzuheben oder auszublenden. So kann bei Portraits zum Beispiel nur ein Teil des Gesichtes im Schatten liegen und der Hintergrund ruhiger gestaltet werden. Gleichzeitig kann Schatten und Licht auch sehr gut dafür genutzt werden, einzelne Motive komplett zu isolieren, was ebenfalls häufig einen interessanten Effekt ergibt. Nicht zuletzt können unterschiedliche Kontraste und Schattenverläufe auch für natürliche Rahmungen und Linienführungen bei Kompositionen eingesetzt werden. Ein letzter interessanter Tipp: Lichtquellen bilden ab einer bestimmten Blende bei den meisten Objektiven beeindruckende Sterne, etwas Abblenden kann sich also manchmal lohnen.

Technische Einstellungen

Hier sind der Kreativität eigentlich keine Grenzen gesetzt. Wer eher Portraits oder kleine Motive fotografieren möchte sollte auf eine niedrige Belichtungszeit und weit geöffnete Blende setzen, die den Hintergrund nochmal weicher darstellt. Wer auf große Tiefenschärfe angewiesen ist muss natürlich abblenden. Sollte dabei gleichzeitig ein bewegtes Motiv das Ziel sein oder kein Stativ verfügbar, muss man wohl oder übel den Iso-Wert erhöhen, was gleichzeitig zu mehr Rauschen führt. Dies kann bei manchen Bildern aber ein durchaus interessanter Effekt sein, gerade wenn man in der Nachbearbeitung nur das Farbrauschen entfernt.

Zuletzt können  natürlich auch lange Belichtungszeiten, gerade bei bewegten Lichtquellen interessante Effekte hervorrufen.

Das passende Objektiv?

Für Low-Light-Fotografie sollte man ein Objektiv mit möglichst großer Offenblende einsetzen, um geringere Belichtungszeiten erzielen zu können. Das Canon EF 50mm f/1.8 STM ist hier unsere erste Empfehlung. Sein geringer Preis von ca. 100€ sollte niemanden abschrecken, denn die Bildqualität ist gut und die Lichtstärke für diesen Preis überragend. 50 mm Brennweite sind außerdem gerade für Portraits und Streetphotography eine gute Wahl. Zusätzlich dazu ist es kompakt und passt in jede Fototasche – für den Einsatz, sobald die Dämmerung anbricht.